Bis vor rund drei Jahren habe ich direkt nebenan in den Türmen von Renzo Piano gewohnt. Wahnsinnig gerne. Einer der Gründe, warum ich immer noch gerne hierher zurückkomme, ist diese Bar.

In der Aurora zahle ich mit Karte, der Bartender spricht Englisch mit mir, das Flair ist international. Hier fühlt sich das für mich absolut stimmig an.

Ich verstehe die Sorge, dass Wien mit zunehmender Internationalisierung an Eigenart verliert. Wenn mich in der Blauen Bar im Sacher plötzlich jemand selbstverständlich auf Englisch anspräche, würde ich mich wohl auch kurz wundern. Nicht, weil ich etwas gegen Englisch hätte. Sondern weil ich manche Orte gerade wegen ihres unverwechselbar wienerischen Charakters liebe.

Hier suche ich etwas anderes. Und genau das bekomme ich.

Ich schaue von hier nicht nur von oben auf Wien, sondern gewissermaßen auch von außen: mit einem anderen, internationalen Blick auf eine Stadt, die mir so vertraut ist. Diesen Perspektivwechsel mag ich. Ich finde sogar, er tut Wien gut.

Das eine muss das andere nicht verdrängen. Eine Weltstadt muss ihre Eigenart bewahren und gleichzeitig Platz für Orte haben, die sich ganz anders anfühlen. Beides gehört für mich zu Wien.

Diesmal habe ich „Bartender’s Choice“ bestellt. Zweimal. Die Entscheidung, was zu mir passen könnte, habe ich also einem Blick von außen überlassen. Und dieser Mann hat mich auf seine Art gesehen. Beide Drinks: ungewöhnlich, trotzdem vertraut und unfassbar gut.

Vertrauen Sie diesem Mann. Seinen Namen muss ich noch herausfinden. 😉

Wie Urlaub. Und das gefühlt nur zehn Minuten vom Kohlmarkt entfernt.

Ort
Arsenalstraße 10, 1100 Wien · 16. Stock
Öffnungszeiten
Mo–Fr 17–24 Uhr, Sa–So 16–24 Uhr
Sonntagsbrunch 11:30–14:30 Uhr
Zahlung
Nur bargeldlos

Zur Aurora